• Martin Borter

Kung-Fu - Die Kunst hinter der Kampfkunst

Aktualisiert: Apr 28



Abbildung: Wudang Shan 2002

Wenn über „Kung Fu“ gesprochen wird, entstehen im Kopf meist Bilder, die angelehnt sind an bekannte Kung Fu- und Martial Art-Filme bzw. Kung-Fu Shows. Spontan fallen mir da Bruce Lee, Jackie Chan, Donnie Yen, Kung-Fu Panda, Shaolin Mönche und Karate Kid ein. Der Begriff Kung-Fu (chin. gongfu) wird im Westen für die Bezeichnung der zahlreichen chinesischen Kampfkünste verwendet. Die Bedeutung des Wortes ist aber erheblich umfangreicher als die blosse Zuordnung als Oberbegriff für die Kampfkünste. „Harte und geduldige Arbeit“ bzw. „Intensives Üben“ sind meist die ersten Übersetzungen bzw. Erklärungen für Kung Fu, aber auch das ist noch nicht alles.

In China gibt es den Spruch, ein Kung-Fu Schüler muss „bitter essen“ können. Das klassische Kung-Fu Training ist streng, anspruchsvoll und verlangt von dem Ausübenden: Geduld, Ausdauer, einen starken Willen, Durchhaltevermögen, Selbstdisziplin und einen guten (moralischen) Charakter.

„Nicht das Anfangen ist schwer, sondern das Durchhalten.“

In der chinesischen Philosophie hat Kung-Fu eine tiefgreifende Bedeutung, denn sie stellt die Arbeit an der eigenen Person durch die konsequente Hingabe an eine Tätigkeit bzw. Kunstfertigkeit dar. Dabei ist nicht nur die körperliche Anstrengung gemeint, sondern auch die innere Haltung zu der ausgeübten Tätigkeit. Genauso kann Kung-Fu als Qualität angesehen werden, die in der Ausführung ebendieser Tätigkeit steckt.

Aber welches Ziel soll durch Kung Fu, also durch „harte und geduldige Arbeit“, erreicht werden? Im Kung Fu gibt es kein klares Endziel, da der Weg zu dem Ziel das Ziel selbst ist. Durch das Beschreiten dieses Weges verbessert man stets seine körperlichen und geistigen Fähigkeiten, ganz gleich welches individuell angesteuerte Ziel erreicht werden möchte. Der Kung Fu Schüler lernt darüber hinaus sich und seine individuelle Persönlichkeit in den verschiedensten Situationen auszudrücken - sowohl im Training, als auch im Alltag.

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